Lisa Eckhart – eine der schillerndsten Figuren des deutschsprachigen Kabaretts und der Gegenwartsliteratur. Mit provokanter Bühnenpräsenz, scharfem Sprachwitz und einer bewussten Tabubruch-Strategie polarisiert die österreichische Künstlerin seit Jahren erfolgreich ihr Publikum. In diesem Artikel tauchen wir tief ein in ihr Leben, Werk, ihre Strategien – aber auch in die Kontroversen, die sie begleiten. Dabei beleuchten wir Herkunft, Werdegang, Themenwelt, Stil, Wirkung und persönliches Profil. Am Ende stehen ein Fazit sowie häufig gestellte Fragen (FAQs).
Herkunft und Werdegang
Kindheit und Ausbildung
Lisa Eckhart (bürgerlich: Lisa Lasselsberger) wurde am 6. September 1992 (manche Quellen nennen 1991) in Leoben in der Steiermark geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie zunächst bei ihren Großeltern in Sankt Peter-Freienstein, da ihre Mutter noch Lehramtsstudium betrieb. Mit etwa sechs Jahren zog sie nach Graz zu ihren Eltern.
Für die Matura besuchte sie die HIB Liebenau in Graz (Matura 2009) und studierte anschließend Germanistik und Slawistik – zunächst in Wien, dann an der Sorbonne (Paris) sowie an der Freien Universität Berlin. Ihre Masterarbeit, die sich mit „Weiblichkeit und Nationalsozialismus“ beschäftigte, wurde abgelehnt; eine zweite Arbeit über die Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur wurde angenommen.
Einstieg in Poetry Slam und Kabarett
Nach der Ausbildung versuchte Eckhart sich an Schauspielschulen – über zwanzig Vorsprechen attestierte sie später. Der Durchbruch kam dann über Poetry Slam: 2015 gewann sie die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften – als zweite Frau überhaupt. Im selben Jahr debütierte sie mit ihrem Solo-Kabarettstück „Als ob Sie Besseres zu tun hätten“.
Von dort an folgte eine rasante Karriere im Kabarett: Bühnenprogramme, TV-Auftritte (z. B. in der Sendung Nuhr im Ersten) und Auszeichnungen.
Künstlerisches Profil
Bühnenfigur und Stil
Lisa Eckhart erscheint auf der Bühne als bewusste Kunstfigur: schlank, mit platinblondem Haar, betont elegant gekleidet, mit einer Stimme und Mimik, die zwischen Ironie, Überzeichnung und Distanz oszilliert. ( Ihre Texte zeichnen sich durch satirische Schärfe, Sprachvirtuosität und das bewusste Spiel mit Klischees und Tabus aus. Sie sagt selbst: „Kunst muss den Betrachter zutiefst verachten.“
Ihre Themen sind breit: Geschlechterrollen, Macht, Moral, Religiosität, die Abgründe im vermeintlich Harmlosen, Gesellschaftskritik durch Überzeichnung. Dabei bleibt der Humor oft bitter, die Ironie scharf.
Literarisches Werk
Neben der Bühnenarbeit veröffentlicht sie auch literarisch. Ihr Debütroman „Omama“ erschien 2020 und erzählt eine Familien- und Gesellschaftsgeschichte im Nachkriegsösterreich. (Wikipedia) 2022 folgte ihr Roman „Boum“.
In diesen Werken nutzt sie denselben Ton wie auf der Bühne: pointiert, sprachmächtig, mit Bewusstsein für literarische und soziale Konventionen – die sie häufig unterläuft oder durchbricht.
Themen und Motivik
Einige Leitmotive lassen sich herausarbeiten:
Sprachreflexion: Wie funktioniert Sprache, wie wirken Worte, wie manipulieren sie Gesellschaft?
Tabubruch und Provokation: Oft wird bewusst an die Grenze gegangen, sei es moralisch, gesellschaftlich oder sprachlich.
„Es gibt teilweise ein boshaftes Missverstehen“, meint sie bezüglich Antisemitismus-Vorwürfen.
Geschlechter und Machtverhältnisse: Rollenbilder werden nicht romantisiert, sondern oftmals scharf betrachtet.
Literatur und Kunst als Spiegel: Sie nutzt Klischees, Überzeichnungen und karikiert sie – mit dem Ziel, die Mechanismen dahinter sichtbar zu machen.
Wirkung und Kontroversen
Auszeichnungen und Anerkennung
Lisa Eckhart wurde u. a. mit dem Österreichischen Kabarettpreis (Förderpreis, 2016) ausgezeichnet, dem Deutschen Kleinkunstpreis (2018) und weiteren Preisen für ihr Kabarettwerk. (Wikipedia) Ihre Werke und Bühnenprogramme werden in Österreich und Deutschland rezipiert, sie gilt als Stimme einer neuen Generation von Kabarettistinnen und Kabarettisten.
Kritik und Debatten
Gleichzeitig ist Eckhart Gegenstand erheblicher Kritik. So wurde ihr vorgeworfen, antisemitische oder rassistische Klischees zu bedienen – etwa im Beitrag „Die heilige Kuh hat BSE“ aus der Sendung „Mitternachtsspitzen“.
In einem Interview äußerte sie: „Es gibt teilweise ein boshaftes Missverstehen“ – damit spielt sie auf die oft emotional geführte Debatte um Kunst, Satire und Grenzen an.
Auch die Frage nach ihrem Privatleben – etwa eine Ehe – bleibt weitgehend unbeantwortet. So heißt es in einem Artikel: „Lisa Eckhart hat nie öffentlich bestätigt, verheiratet zu sein.
Öffentlichkeit und Privatsphäre
Eckhart trennt ihre Kunstfigur klar vom privaten „Ich“. Sie übt Kontrolle darüber, was öffentlich wird und was nicht. In Zeiten, in denen viele Künstler*innen ihr Privatleben in sozialen Medien offenlegen, ist ihre Haltung konträr. Dadurch entsteht ein Bild von Eigenständigkeit und Selbstbestimmung – zugleich aber auch von Distanz und Geheimnis.
Werke im Überblick
Kabarettprogramme (Auswahl)
„Als ob Sie Besseres zu tun hätten“ (Solo-Debüt 2015)
„Die Vorteile des Lasters“ (2018)
„BOUM“ (2022) – Programm wie auch Roman mit gleichem Titel
„Kaiserin Stasi die Erste“ (2023) – Laut Verlagsangabe neues Hörbuch/Programm
Bücher
„Omama“ (2020) – Debütroman, erzählt aus einer außergewöhnlichen Perspektive – Generationengeschichte, Gesellschafts- und Familienporträt.
„Boum“ (2022) – Roman, der sprachlich und thematisch noch weiter ausgreift.
„Metrische Taktlosigkeiten: Eine Einführung ins politische Korrektum“ (2017) – literarisches Werk mit Bezug zu ihrer Bühnenarbeit.
Medienauftritte
Sie war zu Gast u. a. in TV-Shows wie „Nuhr im Ersten“ (z. B. Beitrag „Zölle für den Ehemann“ vom 10.4.2025) und erschien in Diskussionen um Kunstfreiheit und Satire. Ihre Auftritte wecken oft Reflexionen über die Grenzen von Humor und Gesellschaft.
Persönliches Profil
Öffentlichkeit vs. Privates
Lisa Eckhart hält ihr Privatleben bewusst zurück. Artikel berichten, dass sie keine öffentlichen Aussagen zu einem Ehemann gemacht habe – und damit bewusst das Bild einer Künstlerin etabliert, die sich nicht über Beziehungsstatus definiert.
Die Distanz zu öffentlichen Erwartungen, etwa der Rolle als Ehefrau oder Mutter im klassischen Sinn, gehört zu ihrem Selbstverständnis. Sie erklärt, sie wolle nicht „der Schatten ihres Partners“ sein.
Selbstdarstellung und Marke
Ihre Bühnenfigur ist ein Teil ihrer Marke: elegant, intellektuell, provozierend. Gleichzeitig bleibt die Person „Lisa Lasselsberger“ im Hintergrund – viele Fragen nach dem „hinter der Figur“ bleiben offen. Diese Spannung zwischen Kunstcharakter und Realperson stärkt ihre Aura.
Wohnort und Auftrittsort
Sie lebt mittlerweile in Leipzig. Ihr Wirkungskreis erstreckt sich über Österreich und Deutschland – sie steht im deutschsprachigen Raum auf festen Bühnen und verweist auf eine international gebildete Herkunft (Paris, Berlin, London).
Bedeutung für Kabarett und Literatur
Kabarett in neuer Form
Lisa Eckhart gilt als Vertreterin eines neueren Kabarettstils, der Sprache und Text mehr Gewicht gibt als reiner Gag-Abfolge. Ihre Stücke sind strukturiert, literarisch, bewusst gestaltet – sie treten gegen triviale Unterhaltung an. Damit bringt sie Kabarett und Literatur näher zusammen.
Grenzen der Satire
Die Diskussion um Eisgrenzen, Tabus und Satire-Freiheit wird durch ihr Werk mitgestaltet. Kritiker wie Befürworter ringen um die Frage: Wie weit darf Satire gehen? Eckhart nutzt bewusst Provokation – und zwingt somit Gesellschaft und Publikum zur Reflexion.
Literatur mit Kabarett‐Affinität
Ihre Bücher lesen sich nicht einfach als Unterhaltung, sondern als stilistisch anspruchsvolle Werke mit Kabarett-DNA: Sprachspiele, gesellschaftliche Reflexion, schwarzer Humor. Damit erreicht sie ein Publikum jenseits der klassischen Kabarettbesucher*innen.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Umgang mit Kritik
Die Vorwürfe etwa des Antisemitismus zeigen die Risiken ihres Provokationsstils. Wie Lisa Eckhart damit umgeht – mit Distanz, Ironie, Verteidigung oder Weiterentwicklung – wird zeigen, wie ihre Kunst nachhaltig wirkt.
Publikum und Marktentwicklung
Kabarett hat sich in den letzten Jahren verändert – Streaming, Podcasts, Social Media stellen neue Anforderungen. Eckhart muss sich der Frage stellen: Wie bleibt man relevant, wenn Bühne, Aufmerksamkeit und Formate sich wandeln?
Literarische Weiterentwicklung
Mit bislang zwei Romanen und mehreren Bühnenprogrammen hat sie ein solides Werk aufgebaut. Die Zukunft könnte zeigen, ob sie stärker in die Literatur wechselt oder beides parallel weiterführt – und wie sich ihr Stil in anderen Medienformen entfaltet.
Fazit
Lisa Eckharts Ehemann ist ein Ausnahmetalent – intelligent, provokativ, stilistisch eigenständig. Sie bewegt sich an der Grenze von Kabarett und Literatur, fordert Publikum wie Gesellschaft heraus, ohne einfache Antworten zu geben. Gleichzeitig birgt ihr Stil Risiken: Provokation kann missverstanden werden, Grenzen können überschritten erscheinen. Doch gerade diese Spannung macht ihre Bedeutung aus. Wer Lisa Eckhart verfolgt, sieht nicht nur eine Künstlerin, sondern eine Stimme für die Reflexion über Sprache, Macht, Rollen und Kunst selbst.
FAQs
Ist Lisa Eckhart verheiratet?
Öffentlich hat Lisa Eckhart nicht bestätigt, verheiratet zu sein. In Berichten heißt es, sie halte ihr Privatleben bewusst aus dem Rampenlicht.
Woher kommt ihr Stil – ist sie Kabarettistin oder Schriftstellerin?
Sie ist beides: Sie begann im Poetry Slam/Kabarett, veröffentlichte aber auch literarische Werke. Kabarett bleibt ihr Kerngeschäft, Literatur ist ein wichtiger Teil.
Welche Bücher hat sie geschrieben?
Zwei bekannte Romane: „Omama“ (2020) und „Boum“ (2022). Dazu weitere literarische Texte.
Warum gibt es Kritik an ihr?
Ihr Stil nutzt bewusst Tabubruch und Überzeichnung, was bei Teilen des Publikums und der Medien als provokativ oder gar grenzwertig wahrgenommen wird – z. B. Vorwürfe bzgl. antisemitischer Klischees.
Was macht Lisa Eckhart so besonders?
Ihre Verbindung von intellektueller Tiefe, sprachlicher Virtuosität, Bühnenpräsenz und Provokation. Sie macht Kabarett mit literarischem Anspruch und gesellschaftlicher Reflexion – das ist selten in dieser Form.
